Birnauer Kantorei          Putto
                     Startseite   |   Presse   

 

 

 

 



Zum nächsten Konzert der Birnauer Kantorei am 10. Juni 2018:


I know that my Reedemer liveth - 

"Ich weiß, dass mein Erlöser lebt":
dieser Text ist auf der Gedenktafel für Georg Friedrich Händel zu lesen, die nach dem großen Staatsbegräbnis für ihn 1759 in Westminster Abbey angebracht wurde. Das ist auch der Text der Sopranarie, die den dritten Teil seines erfolgreichsten Oratoriums "The Messiah/Der Messias" einleitet. Nach Prophezeiung und Christgeburt im ersten Teil des Werkes und Texten zur Passion im zweiten Teil widmet sich dieser dritte Teil der Auferstehung.
 

Die Birnauer Kantorei stellt diesen dritten Teil ans Ende ihres Junikonzertes, leitet ihn indes ein mit dem Finale des zweiten Abschnitts, dem berühmten "Halleluia".
Nach seinen gescheiterten Opernunternehmen und einem Schlaganfall 1741 befand sich Händel eigentlich zu Entspannung und Rekonvaleszenz in Dublin, aber
"The Messiah" weckte bald die alte Schaffenskraft, mit einem Oratorium praktisch ohne Handlung, einem Bilderbogen zur Christusgestalt schenkt es der Gattung ein Gipfelwerk. Höhepunkte sind neben der Eingangsarie die prachtvolle Bassarie "The trumpet shall sound" mit Trompete und das dichte Amen zum Ausklang.

Das Konzert eröffnet die Bach-Kantate BWV 158 "Der Friede sei mit dir", deren originale Quellen leider verschollen sind. Wahrscheinlich war das Werk einst umfänglicher, es gehört in die frühe Leipziger Zeit, d.h. die zweite Hälfte der 1720er Jahre. Entweder wird es zum Fest Mariae Reinigung oder zum dritten Osterfesttag gedacht gewesen sein. In seiner heutigen Form ist es eine Solokantate für Bass mit einem Schlusschoral "Hier ist das rechte Osterlamm". Inhaltliches und musikalisches Zentrum ist die Arie "Welt ade, ich bin dein müde" mit begleitender Oboe und vor allem einem höchst virtuos gestalteten Violinsolo.

Außerdem erklingen heute das dritte und vierte der sechs Brandenburgischen Konzerte, die Bach 1721 zusammenstellte und dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt sandte. Von Umfang, Besetzung und Charakter her sind die Konzerte recht unterschiedlich.
Das kürzere Konzert Nr.3 G-Dur ist für 9 Streichinstrumente und Basso continuo gedacht, 3 Violinen stehen drei Violen und drei Celli gegenüber. Der Dialog der beiden erstgenannten Gruppen prägt neben solistischen Einlagen den ersten Satz, der Schluss ist ein stilisierter Tanz, eine Gigue mit einer pausenlos durchlaufenden Sechzehntelbewegung.
Konzert Nr.4 G-Dur ist ein Konzert für Solovioline, zwei Blockflöten und Streicher, wobei der langsame Mittelsatz als Sarabande, der Schluss als fünfstimmige Fuge gearbeitet ist.

Prof. Thomas Gropper